Do what´s right not what´s easy – wenn es dir nicht guttut – lass es los!

Vielleicht kennst du es ja sogar selbst – du hast Beziehungen in deinem Leben, welche dir schlicht und ergreifend nicht bzw. nicht mehr guttun. Das können jegliche Formen von Beziehungen sein, z.B. Freundschaften, die Beziehung zu deinem Partner, familiäre Beziehungen zu deinen Eltern, Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern, Beziehungen zu Kollegen oder manchmal sogar richtig narzisstisch ausgeprägte Beziehungskonstellationen.

Das Loslassen würde uns vermutlich viel weniger Kraft kosten als das Festhalten und dennoch fällt es uns oft so unglaublich schwer. Ich selbst hatte über 15 Jahre lang eine sehr gute Freundin. Doch das Verhältnis wurde über die Jahre immer schwieriger und angespannter. Irgendwann fühlte ich mich nach jedem Treffen schlecht und machte mir viele Gedanken. Bei jedem Telefonat hatte ich das Gefühl ich bewege mich über ein Mienenfeld und mit jedem falschen Wort, welches ich sage, musste ich damit rechnen, dass mir wieder einmal alles um die Ohren fliegt. Und irgendwann ging ich mit einer solchen Anspannung in die Begegnungen mit ihr und spürte wie es mir unglaublich viel Energie nahm. Ich fühlte mich immer schlechter mit ihr in meinem Leben. Es tat mir einfach nicht mehr gut. Dennoch war der Weg bis zum endgültigen Abschied ein langer, weil mein Ego mir auch immer wieder versuchte einzureden „aber Tanja, sie ist doch schon so unglaublich lange deine Freundin – ihr habt doch auch schon so viel gemeinsam durchgemacht usw.“. Schlussendlich trennten sich aber unsere Wege dann doch irgendwann was leider alles andere als schön ablief. Doch schon kurze Zeit später war es wie eine Befreiung. Die Schwere, welche ja nach und nach auch die gesamte Leichtigkeit zwischen uns verdrängt hatte und die ständige Anspannung, die sich über die Monate & Jahre aufgebaut hatte, waren endlich weg und ich hatte das Gefühl wieder richtig durchatmen zu können.

Ich glaube wir begegnen in unserem Leben so vielen Menschen. Einige von ihnen bleiben vielleicht sogar ein Leben lang, mit einigen hat man mal mehr und mal weniger Kontakt und einige verschwinden irgendwann wieder komplett aus unserem Leben. Doch allesamt haben etwas gemeinsam – sie hinterlassen ihre Spuren in unserem Leben. Das ist der Lauf der Dinge. Und immer, wenn Beziehungen in unserem Leben zu Ende gehen, öffnet sich doch aber auch wieder neuer Raum damit neue Menschen in unser Leben treten können. Ich glaube auch, dass wir aus jeder Beziehung etwas lernen und für uns mitnehmen können. Daher denke ich auch, dass Personen immer zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt und aus bestimmten Gründen in unser Leben treten. Vielleicht hast du ja gerade genau solch einen Menschen vor deinem inneren Auge.

Daher finde ich auch den Begriff „Wegbegleiter“ so schön. Er nimmt rückblickend der Trauer und all den negativen Gefühlen, welche mit der Trennung verbunden sind meist die Schwere der Endgültigkeit á la „der Mensch ist nicht mehr in meinem Leben“. Ich finde sogar eher, dass es dem Ganzen eine gewisse Positivität verleiht. Soll heißen, dass man später dieser gemeinsamen Zeit, sofern alle Wunden geheilt sind, wieder liebevoller begegnen kann. Auch wenn diese Person physich eben nicht mehr Teil des eigenen Lebens ist, verbindet einen ja dennoch die gemeinsame Zeit miteinander. So finde ich den Begriff Wegbegleiter einen sehr schön gewählten Begriff, da man einen bestimmten Teil des Weges nunmal gemeinsam beschritten hat. Und dann kommen da ja auch wieder andere Menschen, die einen wieder ein Stück des Weges begleiten werden. Die einen länger und die anderen eben kürzer.

„Jede Begegnung ist eine Erfahrung,
und jedes Loslassen eine Erkenntnis.“

~ Autor Unbekannt ~

Paradoxerweise fällt es uns aber trotzdem so unglaublich schwer uns eben von Beziehungen zu lösen, die uns nicht guttun. Doch wenn sie uns unsere Energie rauben, wir uns schlecht fühlen, oft negative Emotionen damit verbinden oder sich vielleicht auch schon körperliche Symptome zeigen, welche sich auf diese Weise versuchen Gehör zu verschaffen, dann ist es höchste Zeit sich einmal die Beziehungen genauer anzuschauen.

Oftmals neigen wir leider aber auch dazu Beziehungen aus der falschen Motivation heraus weiter aufrechtzuerhalten. Eben wie in meinem Fall oben oder wenn z.B. Paare der Kinder wegen weiter zusammenbleiben, man im Job eine absolut „vergiftete“ Beziehung zu Kollegen oder Vorgesetzten hat und dadurch total todunglücklich im Job ist, sich aber vielleicht immer wieder einredet „wer weiß, ob ich so eine gute Position nochmal bekomme“, eine schwierige Beziehung zu Familienmitgliedern hat, sich aber immer wieder einredet „naja, das ist doch aber mein(e) Mutter/Vater/Bruder, da kann ich doch den Kontakt nicht abbrechen“ usw. und ich spreche hier nicht von Momentaufnahmen in denen es mit diesen Menschen nicht funktioniert, sondern wenn sich diese negativ geprägte Grundstimmung über eine längere Dauer erstreckt.

Daher macht es durchaus Sinn sich all die Beziehungen, welche man in seinem Leben hat, einmal genauer anzuschauen. Sich einmal ganz ehrlich folgende Fragen zu stellen und zu beantworten:

  1. Wer tut mit gut?
  2. Bei wem strahle ich?
  3. Bei wem geht es mir nicht gut?
  4. Wer zieht mich runter?
  5. Bei wem habe ich weniger Energie als vorher?
  6. Wer beflügelt mich?
  7. Bei wem habe ich mehr Energie?
  8. Bei wem fühle ich mich wohl?
  9. Bei wem muss ich ständig aufpassen was ich sage?
  10. Bei wem fühle ich mich verstanden?
  11. Bei wem stagniert die Beziehung oder wächst sie?

Diese Fragen kann man sich auch immer mal wieder stellen. Das muss keinesfalls nur bei einer Momentaufnahme bleiben. Ein solcher Beziehungscheck kann auch eine ganz wundervolle Aufgabe sein bei der man erkennt welch wundervolle und wertvolle Beziehungen man in seinem Leben hat und sich bewusst macht diese auch dementsprechend zu pflegen. Vielleicht erkennt man auch, dass man die ein oder andere vernachlässigt hat und kann diese dann wiederbeleben. Und man kann ganz bewusst erkennen was einem diese Menschen, zu denen man Beziehungen pflegt, geben und dessen Wertigkeit anerkennen.   

Wenn man allerdings merkt, dass es vielleicht die ein oder andere Beziehung in meinem Leben gibt, die einem nicht guttut. Was kann man dann tun? Welche Möglichkeiten gibt es damit man sich aus solch einer Beziehung lösen kann?

  1. Man kann es einfach im Sande verlaufen lassen

Das ist sicherlich die einfachste Möglichkeit. Wenn man damit gut leben kann bzw. das Gefühl hat da steht auch sonst nichts mehr zwischen einem und man auch keinen Streit oder sonstige Differenzen hatte, dann passt es vielleicht wirklich an einem bestimmten Punkt im Leben nicht mehr und man geht dann eben ganz geräuschlos auseinander. Das kann z.B. bei Bekanntschaften der Fall sein oder in Freundschaften in denen man sich längere Zeit nicht mehr getroffen/gesehen hat und auch irgendwann von beiden Seiten keine wirkliche Motivation mehr da ist sich zu sehen bzw. zu kontaktieren.

  1. Man sucht ein offenes Gespräch und evtl. ergibt sich daraus auch nochmal eine neue Perspektive

Diese Möglichkeit nutzt man ganz sicher, wenn einem derjenige/diejenige noch sehr am Herzen liegt, aber dennoch merkt, dass es so wie es ist einfach nicht gut ist. In einem Gespräch kann man ganz offen die Situation und die eigene Gefühlslage schildern und eventuell in diesem Gespräch auch Missverständnisse ausräumen, welche einen kompletten Perspektivwechsel ermöglichen. Das kann dazu führen, dass diese Beziehung doch noch eine Chance hat, um weiter zu bestehen. So hat man auch die Möglichkeit gemeinsam an dieser Krise zu wachsen.

  1. Man fasst den Entschluss, teilt diesen dieser Person mit und zieht es dann konsequent durch – gemäß nach dem Motto „lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.“

Bei dieser Option hat man sich sicher schon lange Gedanken gemacht und ist für sich zu einem eindeutigen Ergebnis gekommen. Das ist meist bei Trennungen mit dem eigenen Partner der Fall, in Freundschaften in denen man zutiefst verletzt oder hintergangen wurde oder mit Familienangehörigen. Hier kann es dann auch sein, dass es aus emotionaler Sicht ziemlich hässlich werden kann. Das wiederum könnte man auch als Zeichen nutzen, dass man erkennt, wie negativ sich diese Person im eigenen Leben ausgewirkt hat. Bei Personen, die sich vielleicht auch einfach schwer ausklammern lassen bzw. man den Kontakt doch nicht komplett abbrechen möchte/kann z.B. Familie, da ist es sicherlich sinnvoll hier einen guten Abstand in dieser Beziehung zu schaffen und so wenig Kontakt wie möglich zu dieser Person zu halten.

Ganz egal für welchen Weg man sich am Ende entscheidet, es kann sein, dass nicht direkt das Glücksgefühl, die Zufriedenheit und die Befreiung eintritt. Das ist auch absolut normal, denn das Meer der Emotionen hat vermutlich ziemlich hohe Wellen geschlagen und so dauert es einfach einen Moment bis sich all das wieder beruhigt hat. Doch nach dieser turbulenten Zeit wird sich dann auch irgendwann wieder die Entspannung, Energie und Lebensfreude einstellen.

„Wenn Du fliegen magst, dann musst du loslassen
was dich herunterzieht“
~ Autor unbekannt ~

In diesem Sinne halte nicht fest an dem was dich unglücklich macht, sondern umgib dich mit Menschen, die dir guttun!

Ich hoffe du hattest einen wundervollen Tag mit wundervollen Menschen,
Deine Tanja ❤️

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#goodbye
#altesloslassenneueszulassen
#personalgrowth
#journeywithyourself

Pic by Shutterstock Image ID: 1192403449

1 Kommentar

  1. Meine Liebe Tanja,

    Als schon verdammt lange Freundin und Wegbegleiterin… Ich kenne nur Ausschnitte und ganz wenige Ereignisse aus dem hier und jetzt…
    Aber-Diese Geschichten und Gedanken erinnern an gemeinsam durchlebte Zeiten, Konflikte, Stimmungsstürme und Gewalten… Und es zeigt mir wie sehr prägend diese Zeit war und deutlich Spuren hinterlassen hat.
    Und auch wenn unsere gemeinsame Alltagszeiten nicht mehr sind, erkenne ich vieles wieder😘

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