„Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Beginn der Unzufriedenheit“

Jeder von uns kennt sie und jeder von uns war sicher bereits in einer. Da kommen zum Beispiel Fragen wie „warum hat er/sie den Job bekommen und ich nicht?“, „was hat er/sie was ich nicht habe?“, „wie macht er/sie das nur, dass sie ständig in den Urlaub fährt?“, „wieso verdient er/sie so viel Geld und ich nicht?“, „wieso hat er/sie so eine sportliche Figur“, „wieso kann er/sie das besser als ich“, „wieso sieht das bei ihr/ihm als Mutter/Vater immer so easy aus und bei mir nicht?“. Warst du vielleicht auch schon einmal in einer Situation und hast dir vielleicht eine der obigen oder eine ähnliche Frage gestellt? Ich glaube du kannst erahnen um was es geht. Es geht um Situationen in denen wir uns mit anderen vergleichen.

Der Vergleich an sich ist eigentlich auch nichts Negatives, weil vergleichen uns hilft Dinge in Relation zu setzen. Beispielsweise hell & dunkel oder teuer & günstig usw. Das Problem ist nur, wenn wir in bestimmten Situationen, in denen wir uns mit anderen Personen vergleichen unseren eigenen Wert daran messen und uns dann selbst abwerten. Das kann einem im Alltag oder auch ganz schnell auf sozialen Netzwerken wie Instagram, Facebook oder ähnlichen sozialen Plattformen zum Verhängnis werden. Denn alles was man meist dort sieht, gleicht einer Art Museum, in dem der Kurator nur die besten Ausstellungsstücke von sich veröffentlicht. Dadurch gelangt man sehr schnell zu dem Eindruck, dass bei den anderen alles immer super easy, cool und mega fancy ist. Man sieht aber hinter alledem nicht die Höhen und Tiefen. Eben die Tage an denen es mal nicht läuft. Denn es gibt nun mal kein Leben, welches nur auf der Sonnenseite stattfindet – es ist immer ein Up & Down mit Höhen und Tiefen – auch bei den anderen! Und das ist auch völlig okay so. That´s life. Und dennoch können solche „Begegnungen“ einen triggern und mit einem negativen Gefühl sich selbst gegenüber zurücklassen. Doch was steckt eigentlich wirklich dahinter?

In Situationen in denen wir uns mit anderen vergleichen gibt es meist zwei Möglichkeiten. Die eine ist die, dass wir uns selbst abwerten, indem wir uns unter diese Person stellen z.B. „warum verdient er/sie so viel mehr Geld als ich?“ oder wir vergleichen uns in einer Art Aufwärtsbewertung, d.h. man stellt sich im Vergleich mit der anderen Person über diese, was dann eher neidvoll getrieben von statten geht, indem man sich beispielsweise selbst sagt „naja, hätte ich auch so viel Zeit, dann könnte ich auch öfter zum Yoga“ oder „wenn ich diese Voraussetzungen im Leben gehabt hätte, dann wäre ich auch auf eine Elite Universität gegangen und würde jetzt so steil Karriere machen“. Aber es ist auch ganz gleich in welche Richtung dich eine Person in einer bestimmten Situation triggert. Eins bleibt immer gleich, wenn man ganz ehrlich hinschaut. In dem Moment, in dem man sich vergleicht, zeigt sich der eigene innere Mangel. Das was sich hier versucht an die Oberfläche zu kämpfen, um gesehen zu werden ist eigentlich der innere Wunsch oder das eigene Bedürfnis. Und um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen, versucht man eben genau diese Vergleichsmechanismen nach oben oder unten zu nutzen.

Ich nenne dir mal ein paar Beispiele.

  • Wenn ich von jemanden die ganze Zeit nur verliebte Bilder aus seiner Beziehung sehe und dann schon genervt und augenrollend reagiere „oh, man haben die denn nichts anderes mehr zu zeigen?“, dann könnte dahinter vermutlich der eigene Wunsch nach einer erfüllten und glücklichen Beziehung stehen.
  • Wenn ich jemanden sehe, der extrem erfolgreich ist und ich mich selbst frage „wieso bin ich nicht so erfolgreich?“. Dann steckt da meist der eigene innere Wunsch dahinter erfolgreich sein zu wollen.
  • Wenn ich in anderen Familien sehe, dass öfter die Großeltern oder andere Menschen zur Unterstützung kommen und ich aber tief im inneren selbst auch gerne mehr Unterstützung hätte. Dann findet meist eine Abwertung in Form von „wenn die nicht so viel Unterstützung hätten, könnten die das überhaupt nicht so machen“ statt.
  • Oder wenn ich jemanden mit einer entsprechenden Figur sehe, die ich selbst eigentlich auch gerne hätte und mir wünsche, mich aber selbst abwerte indem ich mich frage „wieso bin ich nicht so durchtrainiert und schlank?“

Ach es gibt so viele Beispiele, aber ich denke du hast einen Eindruck davon bekommen was ich meine. Wie eingangs schon erwähnt ist der Vergleich ja per se nicht unbedingt etwas Negatives. Ich denke aber es ist wichtig einen guten und gesunden Umgang damit zu haben und diesen so oft wie nur irgendwie möglich auch zu leben. Denn wenn ich all diese Situationen in denen mich andere Personen triggern als Chance in mein Leben lasse, die eigenen Bedürfnisse und Wünsche, die dahinter stehen, aufzuspüren, dann bin ich in der Lage mir diese Leere wieder selbst zu füllen. Und dann kann ich auch zukünftigen Situationen ganz anders begegnen. Wenn wir jedoch nicht hinter diese Themen schauen, werden wir uns immer weiter vergleichen – entweder nach oben oder nach unten. Und ganz egal in welche Richtung wir das tun – es nagt am Selbstwertgefühl und trägt auch keineswegs zu einer positiven Grundstimmung bei – ganz im Gegenteil.  

„Vergleichen ist das Ende des Glücks und
der Beginn der Unzufriedenheit“
~ Søren Kierkegaard ~

Klar kenne ich selbst solche Situationen auch und ich weiß, dass diese immer wieder kommen werden. Ein Leben indem man sich überhaupt nicht mehr mit jemandem vergleicht und vollkommen in Liebe und Zufriedenheit ist, käme womöglich dem Zustand der absoluten Erleuchtung nahe was ich persönlich für ein sehr heroisches und auch nahezu unerreichbares Ziel halte, da es im normalen Leben fast nicht zu erreichen ist. Daher bin ich fest davon überzeugt, dass wir einen guten Umgang damit finden müssen. Wenn wir es schaffen solche Trigger-Momente positiv für uns zu nutzen indem wir die Chance ergreifen das Bedürfnis/den inneren Wunsch dahinter einmal ganz ehrlich anzuschauen, dann können wir uns selbst auch wieder liebevoller begegnen und sind zufriedener und erfüllter mit uns selbst und unserem Leben. Und das wird definitiv auch im Außen einen entscheidenden Unterschied machen. 

Der Vergleich kann ja auch ein herrlicher Motivator sein. So hatte ich zum Beispiel selbst vor längerer Zeit als die Fitnessstudios noch geöffnet waren eine spannende Situation auf dem Laufband. Ich lief und kurze Zeit später kam eine andere Frau und begann neben mir zu trainieren. Ich sah kurz zu ihr rüber und sah, dass sie auf den Kilometer gerechnet richtig schnell unterwegs war und dachte im ersten Moment „mmhh, wieso bin ich denn nicht so schnell?“ doch dann nutzte ich das als Motivation und sagte mir „hey, das kann ich auch schaffen – ich arbeit da darauf hin“. Und das meine ich mit diese Chance nutzen. Denn ich hätte mich auch abwerten und mir sagen können „das schaffe ich eh nicht“ – doch der Wunsch dahinter auch mal so nen guten Schnitt pro Kilometer laufen zu können ist ja trotzdem da. Daher ist es so unglaublich kraftvoll solche Situation in einem liebevollen Dialog mit sich selbst zu lösen. Denn ganz ehrlich die andere Person interessiert es ohnehin nicht, ob du jetzt schneller, erfolgreicher, sportlicher, attraktiver, ein dickeres Auto fährst oder oder oder. Am Ende strafst du dich dadurch nur selbst.

Und es wird immer jemanden geben, der besser oder schlechter ist. Und ganz egal wie die Situation in dem Moment ist – don´t judge a book by its cover – will meinen, dass hinter allem immer mehr steckt als du in dem Moment erkennen kannst. Daher bringt es auch überhaupt nichts sich zu vergleichen. Im besten Fall vergleichst du dich, wenn überhaupt, nur mit dir selbst. Denn der Vergleich mit anderen ist auch immer ein Vergleich zwischen Äpfeln und Birnen. Wir sind nun einmal alle verschieden und haben alle einen anderen Background. Und das ist auch großartig so, denn sonst wäre es unheimlich langweilig hier auf der Welt.
Vielmehr kannst du es als persönliches Entwicklungspotential sehen und für dich einen liebevollen Blick nach innen richten. Dabei kann es hilfreich sein, wenn du solche Momente, die dich triggern, für dich aufschreibst. Im Schreiben zeigt sich auch oft nochmal mehr und kann so leichter sichtbar werden. Da kannst du dir auch weitere Fragen stellen wie z.B. was verspreche ich mir denn überhaupt davon, wenn ich mehr Geld verdiene, ein größeres Haus habe usw.

Je mehr du die Wünsche in deinem Inneren siehst und sie dir selbst erfüllen kannst, desto mehr wird sich die Zufriedenheit einstellen. Und genau diese ist es, welche dich in zukünftigen Situationen anders reagieren lässt. Denn wenn du selbst zufrieden bist und nicht im Mangel lebst, kannst du dich mit anderen Menschen und deren Erfolgen, Erlebnissen, Erfahrungen usw. mitfreuen und sie als Inspiration für dein eigenes Leben sehen und nutzen.

Sei dir deiner Selbst bewusst, sei dir bewusst wie wertvoll du bist und nicht den Vergleich für deinen eigenen Wert brauchst. Du bist mutiger als du glaubst. Stärker als du scheinst. Klüger als du denkst und schöner als du dir vorstellst.

Ich hoffe du hattest einen wundervollen Feiertag!

Ich wünsche dir alles Liebe,
Deine Tanja ❤️

Photo by Felicia Buitenwerf on Unsplash

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