Es ist der Schmerz den du als Kind nicht spüren durftest!

Eingekuschelt sitze ich hier mit meinem heißen Tee. Habe es mir gemütlich gemacht, da ich gerade von einem Termin nach Hause komme. Eigentlich wollte ich mich an mein Coaching setzen – doch auf der Fahrt sind mir so viele Gedanken durch den Kopf gegangen, welche ich jetzt gerne herunterschreiben und mit dir teilen mag.

„Alles tritt zur richtigen Zeit in dein Leben!
Hab Geduld und das Vertrauen, dass das Leben für,
anstatt gegen dich arbeitet.“

Ich habe vor gut 2 Wochen nun den zweiten Part meines Coachings begonnen. Im ersten Teil, welcher sich über mehrere Monate erstreckte, lag der Fokus auf dem definieren der eigenen Lebensvisionen in verschiedenen Lebensbereichen. Jetzt liegt der Schwerpunkt auf der Vergangenheit. Zurückschauen, anerkennen was war, um dann alte Wunden zu heilen, blockierende Glaubenssätze aufzulösen und somit die Möglichkeit zu bekommen zu vergeben und loszulassen. Die Vergangenheit als Teil neben einem zu akzeptieren – ohne jedweden Graul, Gefühlen oder Gedanken, welche mit einem fiesen Beigeschmack daherkommen. Ganz im Gegenteil, die Vergangenheit als Teil von einem selbst neben einem zu wissen – in einem Zustand des Friedens und der Akzeptanz – so unschön und schmerzhaft er auch gewesen sein mag. Und wie als wäre es abgesprochen gewesen, kam nach den ersten Tagen des Coachings wieder einmal eine Konfrontation mit meiner Vergangenheit. Mit meiner Familie – meiner Herkunftsfamilie.

„Der Körper ist die Sprache unserer Seele“

Doch diesmal wütete meine Wut, die Trauer und der Schmerz nicht innerlich im Stillen. Nein, diesmal durfte der Schmerz sich zeigen. Und so trat binnen kurzer Zeit bei mir eine Gürtelrose auf. Gürtelrose wird ausgelöst durch Stress. Aber so sah ich in dieser Krankheit nicht, wie ich es früher sicher getan hätte, ein negatives Gefühl á la „ach, man was hab ich mir denn jetzt schon wieder eingefangen“ oder „oh man wieso bekomme ich denn so einen Scheiß“. Ganz im Gegenteil, ich sehe das Ausbrechen der Gürtelrose – das sichtbar werden des Schmerzes – den Schmerz endlich fühlen zu dürfen, für mich als überaus positiv. Unser Körper ist die Sprache unserer Seele. Denn ausgelöst durch den psychischen Stress, welcher aus meiner Vergangenheit mit meiner Familie resultiert, zeigt mir mein Körper jetzt, dass es völlig OK ist diesen Schmerz zu haben. Den Schmerz, den ich als Kind nie spüren durfte!

Vergeben und loslassen – leider bei manchen Themen, die ich bislang nicht in der Lage war so für mich zu bearbeiten, um all die Wunden zu heilen und dann schlussendlich auch aufrichtig vergeben zu können. Zu tief waren die Wut, die Enttäuschung und der Schmerz. Der Blumenstrauß an bittersüßen Blumen, welcher für mich in meiner Kindheit, Jugend und auch noch als junge Frau mit kalter Liebe gebunden wurde, bescherten mir viele Ereignisse und Erfahrungen auf die ich – auf den ersten Blick – gerne verzichtet hätte. Umso mehr erkenne ich jetzt wie wichtig sie für mich waren. Ich weiß, ich wäre nicht der Mensch geworden, der ich heute bin. Würde nicht hier stehen, wo ich heute stehe und würde nicht mit jedem weiteren Tag mehr und mehr zu dem Menschen wachsen, der ich tief im Inneren wirklich bin.  

Ich habe neulich eine Geschichte von Dr. Wayne Dyer († 29. August 2015) gehört, die mich sehr bewegt hat. Dyer war ein US-amerikanischer Psychologe, Autor und Redner zu Fragen der Selbstfindung und Selbstverwirklichung. Ein Mann, der in seiner Kindheit viele Hürden nehmen musste. Kindheit und Jugend verbrachte er überwiegend in Waisenhäusern und Pflegefamilien und hatte sicherlich nicht die liebevolle und behütete Zeit zum Heranwachsen, welche man sich wünscht. Er begab sich irgendwann auf eine innere Reise und begegnete dort angeblich Gott. Er fragte ihn wieso er all diese furchtbaren Dinge erleben und durchmachen musste. Da sprach Gott zu ihm, dass als er sich dieses Leben ausgesucht hat, er die Aufgabe haben wollte, Empathie und Güte zu lernen. Und nur durch all diese schmerzhaften Erfahrungen war es ihm möglich dies zu lernen.

Ich glaube auch, dass wir alle eine bestimmte Aufgabe hier auf Erden haben. Und dafür sind all diese Erfahrungen, welche wir machen, da. Ich bin mir ganz sicher, dass ich mitunter die Aufgabe habe mit allem was ich erleben musste, die Muster endlich zu durchbrechen, welche bislang von Generation zu Generation weitergegeben wurden. Mit mir endet hoffentlich endlich diese unbewusste Weitergabe von Traumata, Schuldverstrickungen und Verhaltensmustern.

Und ich spüre tief im Inneren, dass JETZT der Moment gekommen ist. Jetzt ist der Moment da, wo ich bereit bin mir noch die restlichen Dinge, welche ich bisher nicht in der Lage war in meinem Keller komplett aufzuräumen, anzuschauen, anzuerkennen und dann zu heilen. Und mit diesem tiefen Vertrauen in mir, freue ich mich so unglaublich darauf all das Schwere, welches mich so viele Jahre begleitet und so unfassbar viel Energie gekostet hat, endlich loszulassen.

In diesem Sinne wünsche ich dir einen wundervollen Tag,
Deine Tanja ❤️

#selfreflection #achtsamkeit #personalgrowth #insight #journeywithyourself #thoughts #gedanken #emotions #forgive #healing

Photo by varandah on Shutterstock

1 Kommentar

  1. Oh Tanja wir kennen uns schon so lange und ich kenne vieles aus deiner Vergangenheit und bin sehr stolz auf Dich das du Dich auf diese Reise begibst. So wie du es beschreibst hast du nun auch genug Werkzeug in der Tasche um genau hinzusehen ,bist mutig und stürzt sich auf die Wahrheit.
    Viel Erfolg dabei beim Wachsen an all deinen Erfahrungen ! Denk an Dich

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